Meine geniale Freundin von Elena Ferrante

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Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen. (Quelle: Suhrkamp)


Als ich letztes Jahr in der Lovelybox „Meine geniale Freundin“ entdeckte, hatte ich noch nichts von der Autorin oder dem Buch gehört. Es klang spannend, wanderte aber erst einmal ungelesen ins Regal. Als ich dann zufällig mitbekam, was für ein Rummel um Buch und Autorin gemacht wurde (Stichwort #FerranteFever), habe ich das Buch aus dem Regal geholt und angefangen zu lesen.

Allerdings ist das Buch anders, als ich es mir vorgestellt habe. Durch eine eher kurze Beschreibung hatte ich mir vorgestellt, dass es direkt in diesem Buch um das Verschwinden von Lila gehen wird.

Einmal angefangen zu lesen, konnte ich so schnell nicht mehr aufhören. Elena erzählt als Protagonistin ihre und Lilas Geschichte von der Kindheit an und ist dabei schonungslos ehrlich und direkt, was das Buch zwischenzeitlich zu einem wahren Pageturner gemacht hat, da ich ihre Entwicklung und Geschichte sehr interessant fand. Lila ist zwar auch sehr direkt, mir dabei aber eher unsympathisch in ihrem Auftreten gewesen. Sowohl Lila als auch Elena überzeugen durch ihre glaubhafte Darstellung und wirken nicht platt und lieblos dahingeschrieben. Selbst die Beschreibungen der Kindheit wirken echt, obwohl sie aus Sicht der erwachsenen Elena geschrieben sind. Jede Szene und jeder Nebensatz scheint durchdacht und richtig dort, wo er steht.

In „Meine geniale Freundin“ begleitet der Leser Elena und Lila im Neapel der 50er Jahre bis zum Teenageralter. Mit steigendem Alter wurde auch die Geschichte spannender. Zwar ist es interessant zu lesen gewesen, wie die beiden sich kennenlernen und man so eine direkte Entwicklung von Anfang hat mitbekommt, statt nur am Rande davon zu lesen. Trotzdem braucht die Geschichte dadurch einige Zeit, um in Fahrt zu kommen. Die Zeit danach stellt die beiden vor Herausforderungen, sowohl persönlich als auch in ihrer Freundschaft und man sieht hier ganz klar, wie sehr sich die eine eigentlich von der anderen unterscheidet und warum sie trotzdem befreundet sind.

Daneben spielen eine Menge anderer Personen eine wichtige Rolle im Buch, seien es die Familien, Freunde oder Lehrer. Durch sie wird das Leben in Neapel deutlicher, der Unterschied zwischen arm und reich und welche Begebenheiten das weitere Leben beeinflussen können. Von Freundschaften über Liebe und familiäre Probleme hat Elena Ferrante sich nicht gescheut, dem Leser die ungeschönte Wahrheit vorzusetzen.

Das Ende kam mir etwas unglücklich und doch passend vor, denn es hört einfach auf. Mitten drin, mit Cliffhanger, ohne Vorwarnung. Die Geschichte eines neuen Namens heißt das nächste Buch, dass vermutlich nahtlos anschließen wird. Ich freue mich auf das Buch sogar noch mehr, da ich Kindheit und Jugend der beiden Freundinnen zwar interessant geschrieben fand, mich das „erwachsenere“ Leben aber noch mehr interessiert.

Spannende Charaktere und Handlungen und eine tolle Erzählweise – von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Meine geniale Freundin – Elena Ferrante
Originaltitel: L’amica geniale
Reihe: Neapolitanische Saga #1
Suhrkamp Verlag • Hardcover • August 2016 • 422 Seiten • 22,00€
ISBN: 978-3-518-42553-4 • Übersetzt von Karin Krieger

Die Titel der Reihe
1. Meine geniale Freundin
2. Die Geschichte eines neuen Namens
3. Die Geschichte der getrennten Wege
4. Die Geschichte des verlorenen Kindes

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