Vielleicht mag ich dich morgen – Mhairi McFarlane

Wiedersehen macht nicht immer Freude. Schon gar nicht Anna, die nach 16 Jahren beim Klassentreffen mit genau jenem Typen konfrontiert wird, der ihr damals den Schulalltag zur Hölle machte. Damals, als sie noch die ängstliche, pummelige und so gern gehänselte Aureliana war. Wie wenig sie heute als schöne und begehrenswerte Frau mit dem Mädchen von einst gemein hat, wird klar, als James sie nicht erkennt. Er ist fasziniert von der schönen Unbekannten. Anna kann es kaum glauben und wittert ihre Chance: Endlich kann sie ihm alles heimzahlen. Beide ahnen nicht, wie sehr sie das Leben des anderen noch verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen. (Knaur Verlag)


MEINUNG
Fast zwei Wochen habe ich für das Buch gebraucht. Nichts konnte mich so richtig fesseln, die Geschichte konnte mich einfach nicht packen. Bisher war ich ein großer Fan vom Humor in den Büchern von Mhairi McFarlane, ich mochte ihre erschaffenen Charaktere und wie eines zum anderen führt. Aber nicht hier. In erster Linie war mir Anna einfach unsympathisch. Arrogant trifft es wohl am ehesten. Da spielte es für mich auch keine Rolle mehr, dass James vor 16 Jahren unfreundlich zu ihr war. Sie stellte es viel mehr so hin, als sei sie deshalb automatisch etwas besseres als er. Es wirkte, als sei sie in diesen 16 Jahren kein Stück erwachsener geworden und lege wert darauf, das Opfer zu sein.

Auch der Verlauf der Geschichte plätscherte nur so vor sich hin und hatte nicht viel unterhaltsames zu bieten. Der Humor blieb auf der Strecke, vertrieben von Annas Garstigkeit und Unfreundlichkeit. Und so wechselte sich die Geschichte ab zwischen unnötigen und nichtssagenden Textstellen und Anekdoten von vor 16 Jahren und Streitereien, die für mich einfach nur anstrengend waren und meine Geduld auf eine harte Probe gestellt haben. Von „es ihm heimzahlen“ war daher nicht viel zu finden. Viel mehr hat sie sich bemitleidet und sich geärgert, dass James nicht so ist, wie sie ihn gerne darstellen würde.

Ein wenig Lockerheit und Entspannung für die Nerven haben die Nebencharaktere geliefert, aber auch die konnten das Ruder leider nicht mehr herumreißen.

Wäre es mein erstes Buch der Autorin gewesen, dann wäre es vermutlich auch mein letztes gewesen. Dem ist zum Glück nicht so und ich kann die anderen (bisher auf deutsch erschienenen) Bücher nur jedem ans Herz legen, der humorvolle Liebesgeschichten mag. Aber dieses Buch hier? Muss man nicht gelesen haben.


Vielleicht mag ich dich morgen – Mhairi McFarlane
Originaltitel: Here’s looking at you
Knaur Verlag • Taschenbuch • Mai 2015 • 496 Seiten • 10,99€
ISBN: 978-3-426-51647-8 • Übersetzt von Karin Dufner & Ulrike Laszlo

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